Tagebücher 2010

Donnerstag, 2. Dezember 2010

Nun ist es in diesem Jahr zeitig, genau genommen pünktlich Winter geworden. neben den Arbeiten in den Kundengärten habe ich es gerade noch so geschafft, in der Gärtnerei alles winterfest zu machen (Regentonnen geleert, Kartoffelbeete warm eingepackt, Frühjahrs- und Sommerblüher für 2011 ins Frühbeet, Zimmerpflanzen zu mir nach Hause, und etwas zu spät schon die wenigen diesjährigen Äpfel ebenfalls zu mir nach Hause geholt). Heute war der erste Winterdiensteinsatz rings um die Gärtnerei. Es hatte über Nacht um die 20 cm geschneit. Nach diesem Arbeitsendspurt der letzten Wochen komme ich ab heute erstmals wieder dazu, diese Webseite zu pflegen. Daneben arbeite ich intensiv an einem Projekt, welches ich 2011 starte: Eine Serie von Kursen "Leben aus dem eigenen Garten", daneben ähnliche Kurse für Anbaumöglichkeiten auf dem Balkon. 

 

Sonntag, 17. Oktober 2010

Gestern feierten wir 2 Wochen früher als sonst Erntedank, erstmals mit einer Pflanzentauschbörse in der Sonnengärtnerei. Trotz des Dauerregens, den wir so bei noch keinem Fest hatten, kamen immer wieder ein paar witterungsentsprechend gekleidete interessierte Besucher, so dass ich den ganzen Tag über Führungen machte. Die Gespräche waren wieder ein gegenseitiges voneinander lernen, auch für mich, so dass der Tag trotz des Wetters erfolgreich für mich war. 

Darüber hinaus beteiligten sich Menschen aus der Region mit weiteren interessanten Angeboten. 

Zum Schluss gab es dieses Mal ein winziges Lagerfeuer unterm Pavillon. Und es ergaben sich neue interessante Kontakte.

Wegen des ständigen Nieselregens gibt es dieses Mal keine Bilder vom Erntedankfest.

 

11. September 2010

Heute war ein sehr schöner spätsommerlicher Tag. Meine Tochter zog es raus und mich in die Gärtnerei. Ich kann zwar nicht viel machen, während sie dabei ist, wollte aber unbedingt Äpfel sammeln und die angefaulten aus den Bäumen pflücken. Die schneide ich aus und verarbeite sie zu Rohsaft. Dieses Jahr gibt es nur wenige Äpfel und ich will zum morgigen Geburtstag meiner Schwester wenigstens 3 Flaschen Saft mitbringen. Meine Tochter legte sich auf das Trampolin, genoss die Sonne und betrachtete die Natur um sich herum. Sie verbrachte auf diese Weise so viel Zeit, dass ich sämtliche Bäume durchpflücken und anschließend sogar noch Salat der Sorte Winterbutterkopf ins Frühbeet pflanzen konnte. Ich habe sie zwischen die Paprika gepflanzt, die durch den ersten Frost in spätestens 8 Wochen Platz für die hoffentlich größer werdenden Salatpflanzen machen werden.

 

3. September 2010

Laut der astronomischen Tabellen sollte die Sonne heute einen Mittagszenit von 45,0 ° in Petershagen erreichen. Seit 3 Tagen versuchte ich nun schon, den Sonnenstand zu messen. Aber immer um die Mittagszeit waren gerade dicke Wolken am Himmel. Heute hatte ich aber Glück. Zunächst stellte ich fest: Der Sonnenschatten war ein paar Millimeter kürzer als sein Stab. Dann kam ich auf etwas, das ich schon vor einem halben Jahr hätte tun sollen: Wie beim Prüfen eienr Wasserwaage drehte ich das schwimmende glatte Styroporstück einmal um. Und siehe da: Der Schatten war auf einmal um genauso viel mm länger als der Stab. Das so glatt wirkende und scheinbar eben schwimmende Styropor ist geringfügig unterschiedlich dick. Damit habe ich meine Messfehler gefunden. Und damit können auch die Messungen vom 7. bis 9. April und vom 21. Juni als unbrauchbar gewertet werden. Also werde ich nächstes Jahr erneut messen. Nach der heutigen Messung steht die Erdachse jedenfalls so wie es tun soll. Und die Zeit der langen Schatten hat bei uns begonnen. Sie dauert bis etwa zum 9. April, wir werden sehen wie lange genau. 

 

29. August 2010

Vor ein paar Tagen erntete ich die ersten Frühkartoffeln, zugegeben etwas spät für Frühe, aber dieses Jahr war vieles später. Das Ergebnis war enttäuschend: Überall waren nur kleine Murmeln dran. Nur die Linda in der Moos-Laubmischung hatten einen besseren Ertrag, wenn auch deutlich geringer als im Vorjahr. Erst bei den Linda erkannte ich den Grund: In der Hitzeperiode im Juli kam das Wachstum der Knollen so zum Stocken, dass die Pflanzen statt dessen viele kleine bis kleinste Kartoffeln ausbildeten. Ich hatte auch Anfang Juli tatsächlich den Impuls, die Kartoffeln zu gießen. Zu der Zeit sah ich aber im Geist schon meine Wasservorräte schwinden. Und so entschied ich, dass die gut gemulchten Kartoffeln mit dem Wasser aus der Tiefe auskommen sollten. Ein fataler Irrtum, wie ich jetzt erkennen muss. Zum einen brauchen frühe, also schnell wachsende Kulturen während der Fruchtbildung das meiste Wasser, zum anderen habe ich meine 3 m³ Wasserreserven dieses Jahr nicht angerührt. Das konnte ich zwar Anfang Juli noch nicht wissen, es ist aber ein Hinweis, dass ich meinem ersten Impuls mehr vertrauen kann. Nächstes Jahr also die Kartoffeln wässern, wenn nötig! 

Die späten Sorten sehen im Laub sehr gut aus, sie blühen gerade, mal schauen, ob ich davon wenigstens was ernte. Späte Sorten brauchen allgemein weniger Wasser, weil sie langsamer wachsen. 

 

1. August 2010

Der Sommer ist im Garten die Zeit für eine Zwischenbilanz. Im Juli wächst alles langsamer, ist es doch naturgemäß trockener als in den Monaten davor. Und kurz nach der Sommersonnenwende stellt der Gärtner bereits die Weichen für das nächste Jahr. Stiefmütterchen, Tausendschön und Landnelken sind schon ausgesät und sollen im Frühling 2011 angeboten werden. Viel mehr werde ich dieses Jahr nicht vorziehen. Die Pflanzenanzucht in diesem Jahr und die wachsende Zahl an Aufträgen zur Gartenpflege gingen zu Lasten des Gemüseanbaus und meiner Gesundheit. Deshalb habe ich mich entschieden, nächstes Jahr weniger Frühlings- und Sommerblumen heran zu ziehen und dafür mehr Gemüse und Kräuter. Das war ja auch eins meiner ursprünglichen Ziele, als ich die Sonnengärtnerei gegründet habe. Und es gibt eine weitere Veränderung: Ich habe mich entschieden, die Biozertifizierung zum Jahresende zu kündigen. Die Kosten und der Zeitaufwand dafür haben sich praktisch verdoppelt. Andererseits hat seit 2008 niemand mehr mein Biozertifikat sehen wollen. Vom Konzept her ist die Sonnengärtnerei auch ein reiner Hofladen, die Mengen zur Belieferung von Bioläden sind gar nicht vorhanden. Mit den Preisen liege ich spätestens seit letztes Jahr sowieso schon deutlich unter den marktüblichen Biopreisen, so dass mir das Biozertifikat ab diesem Jahr eher schadet als etwas nützt. Und ich gärtnere ja biologisch aus Überzeugung, weil ich weiß, dass ich sämtliche Lebewesen und vor allem die im Boden als verbündete auf meiner Seite habe. Ich werde meine Anbauweise weiter biologisch nennen, nur dass ich ab jetzt das Zusatzwort "kontrolliert" nicht mehr verwenden darf. Unabhängig davon kann jeder in meine Anbauweise reinschnuppern und sich selbst davon überzeugen, dass ich keinerlei künstliche Chemie bei mir einsetze. 

 

22. Juni 2010

Gestern war Sommersonnenwende. Mit Spannung erwartete ich den Mittagsstand der Sonne, um ihren Höhenstand zu messen. Ich wollte herausfinden, ob sich meine Messungen vom 7. April bestätigen. Die Sonne versteckte sich jedoch über Mittag hinter Wolken. Da sie heute weniger als ein Zehntel Grad niedriger stand als gestern, holte ich die Messung heute nach. Da es diesmal nicht um die Frage ging, ob der Schatten länger oder kürzer ist - er ist mittags im Sommer sehr viel kürzer - wollte ich millimetergenau messen. Ein Strohhalm erschien mir dafür zu ungenau, auch wenn er noch so gerade ist. Ich verwendete ein Lineal mit einer Länge von 172 mm. Um 13:03 stand die Sonne in Petershagen im Zenit. Das Lineal warf einen Schatten von 95 mm. Bei dem nachträglich konstruiertem Dreieck maß ich einen Winkel von 61 °. Laut calsky.com stand die Sonne in Berlin, also auf dem selben Breitengrad um 13:08 Uhr 60,9 ° hoch. Das ist praktisch eine Übereinstimmung. Ich war überrascht. Die 0,7 ° positive Abweichung sind nicht mehr da! Habe ich zu ungenau gearbeitet im April? Die meisten Astronomen werden das jetzt zu Recht sicher bejahen. Ich habe aber 3 Messungen gemacht und war immer wieder zum selben Ergebnis gekommen. Außerdem wurde vor einigen Monaten bekannt gegeben, dass die Erdachse durch das Erdbeben in Chile um 0,7 ° verschoben wurde. Dies würde meine Frühlingsmessung bestätigen. 

Wo aber ist die Abweichung jetzt hin? Hat sich die Erde in den 2 Monaten wieder zurück in ihre ursprüngliche Lage gebracht? Welche Kräfte wirken da? Mir kam schon lange der Gedanke, dass unser Mond vielleicht wie ein Ausgleichsgewicht alle Rotationsabweichungen und Unregelmäßigkeiten auffängt. Immerhin ist seine Bahnabweichung von der Ekliptik sehr nahe der Neigung unserer Erdachse. Der Mond kreist zwar nicht äquatorial um die Erde, aber bilden beide Himmelskörper dennoch gemeinsames System aus Gewicht und Gegengewicht, wie in einer gut gebauten mechanischen Uhr, die nur zusammen für Stabilität sorgen? 

Nach dieser Messung muss ich immer wieder an den Satz denken, den Gott nach der Sintflut gesagt haben soll: "Von nun an, alle Tage der Erde, sollen nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht." (1. Mose 8, 22) Diesen Satz hatte ich schon beim ersten Lesen in Zusammenhang mit der Erdrotation und der Neigung der Erdachse gesehen. Was die Jahreszeiten angeht, scheint er sich jetzt zu bewahrheiten: Die Erde lässt sich nicht aus der Achse kippen, die Jahreszeiten bleiben uns erhalten. 

Nichts desto trotz werde ich weitere Messungen durchführen, spätestens Anfang September, wenn die Schatten ein letztes Mal kürzer werden als die Körper, die sie werfen.

 

19. Mai 2010

Seit gestern sammle ich wieder Schnecken im Gewächshaus ein und bringe sie raus ins hohe Gras. Sie haben mir schon einige Tomaten, Gurken, Paprika und Physalis abgefressen. Meine Männertreu hatten sie schon vor 2 Wochen im Frühbeet fast vollständig gefressen. Ich hatte draußen noch nicht mit so viel Schnecken gerechnet. Das soll mir jetzt nicht wieder passieren. Da ich zurzeit nachmittags und abends auf meine Tochter aufpasse, kann ich schlecht abends mit Taschenlampe sammeln. Also musste ich mir was anderes ausdenken. Zunächst drehte ich die verdächtigen Töpfe um. Allmählich merkte ich, dass ich jeden einzelnen Topf umdrehen musste, um alle Schnecken zu finden. Trotz des Zeitaufwandes war das irgendwie meditativ. Ich bekam nach dem Topfen wieder Kontakt mit jeder einzelnen Pflanze und vergaß kurzzeitig, dass ich dringend Brokkoli, Wirsing und Grünkohl pflanzen will. Und auch das inzwischen wieder recht hohe Unkraut vergaß ich. Und ich entdeckte, dass die Schnecken größere Ameisenansammlungen meiden. Eine einzige habe heute dicht neben einem Ameisennest gefunden, sonst konnte ich mich darauf verlassen, dass dort wo viele Ameisen liefen, keine Schnecken zu finden waren. Offenbar haben die Ameisen hier einen Verdrängungsnutzen und damit eine wichtige Funktion in unseren Gärten. 

 

13. Mai 2010

Heute habe ich endlich die Kartoffeln vom Winterschutz befreit. Etliche waren natürlich schon ausgetrieben. Bei einer entdeckte ich eine neue kleine Kartoffel, am Austrieb, obwohl noch keine Blätter am Trieb waren. Bisher dachte ich, dass Kartoffeln zuerst Blätter ausbilden. Offenbar werden die neuen Knollen aber gleichzeitig mit den Blättern angelegt. Das bedeutet, dass es besser ist, die Kartoffeln gleich etwas tiefer zu legen, anstatt sie später anzuhäufeln. Nachdem mir das klar wurde, habe ich gleich 10 cm Laub auf den Kartoffeln liegen gelassen. mal schauen, ob die Erträge dann höher werden. Außerdem bedeutet diese Entdeckung für mich, dass ich den Winterschutz schon Anfang April von den Beeten nehmen kann, sofern ich 10 cm übrig lasse. Die Kartoffeln brechen dann später als sonst durch die Erdschicht, dafür entgehen sie den Spätfrösten. Und so brauche ich nicht erst die Eisheiligen abzuwarten und kann den ohnehin arbeitsintensiven Mai entschärfen. 

 

3. Mai 2010

Bis gestern war das erste Marktwochenende, an dem ich teilnahm. Ich teilte mir am Galeriehaus Rüdersdorf einen Marktstand abwechselnd mit Steffis Hexenlädchen und mit dem Keramikstübchen Fredersdorf. Es war ein sehr naturverbundener Markt mit einer angenehmen Atmosphäre. Mit dem Verkaufsergebnis war ich zufrieden, und ich habe neue Kontakte bekommen. Meine letzten Äpfel habe ich wie erwartet bereits am ersten Tag verkauft. Damit habe ich es erstmals geschafft, bis Ende April meine Äpfel zu verkaufen, durch die richtige Lagerung. 

Nächstes Wochenende steht mit dem Pflanzenmarkt Petershagen der nächste Markteinsatz für mich an.

 

29. April 2010

Gestern hatten wir eine besondere Planetenkonstellation. Die untere Konjunktion des Merkur fiel mit nur 4 Stunden Unterschied mit dem Vollmond zusammen. Das bedeutet, dass Sonne, Merkur, Erde und Mond in dieser Reihenfolge fast in einer Linie standen. Inzwischen ist der Merkur nach rechts und der Mond nach links weiter gegangen, von unserer Nordhalbkugel aus gesehen. Ich weiß nicht, was solche Konstellationen genau zu bedeuten haben, es passiert aber viel in letzter Zeit. Ich habe seit einigen Wochen ein Grundstück zur Gärtnerei dazu gepachtet: Hubertusstraße 18, genau gegenüber dem Verkaufseingang. Zunächst nutze ich es nur für die Regenwassergewinnung, es soll aber mehr daraus werden. Auf dem Grundstück steht ein alter DDR-Bungalow. Außerdem hat einer der Nachbarn seine Dachrinne auf der Seite dieses Grundstücks angebaut. Vor 3 Tagen nun fuhr ein Freund mit mir zum Baumarkt. Er hat einen Mercedes-Bus mit viel Platz. Er will ihn demnächst loswerden, und so nutzte ich die Möglichkeit, so lange er ihn noch hat, um ein paar große Regentonnen zu kaufen. Wir holten 3 Tonnen a 500 Liter und eine a 300 Liter. Anschließend sicherte ich Zaun und Tor an dem Grundstück und stellte die 3 großen Tonnen auf. 

Danach ging es in der Gärtnerei weiter. Da es für einige Tage auch nachts mild bleiben soll, räumte ich das Gewächshaus leer und brachte Kaninchenmist rein. Dann alles umgegraben und gleich Tomaten und Paprika rein gepflanzt. Am späten Nachmittag wurde es düster. Ich freute mich über den einsetzenden Regen, denn ich hatte ja auf dem Wochenendgrundstück 1500 Liter Kapazität geschaffen. 

Abends ging es dann gleich weiter an die FU Berlin: Sepp Holzer hielt dort einen Vortrag, der sehr inspirierend war. 

Am nächsten Tag die große Freude: Von den 3 großen Tonnen war eine voll und die anderen beiden halb voll. an diesem abend ging es wieder zu einem Vortrag bei der GLS Bank Berlin über Saatgut. Einer der Anfangssätze stimmte mich sehr nachdenklich: Wer die Kontrolle über den Saatgutmarkt hat, bestimmt, was wir und unsere Kinder und Enkel essen... An dem Abend habe ich neue gute Kontakte geknüpft. 

Gestern nun grub ich die kleinere Tonne in der Gärtnerei ein und schloss die letzten beiden Dachentwässerungen meines Nachbarn an. Dabei ging mir das Lied "7 Fässer Wein" durch den Kopf. Denn ich habe nun 7 Fässer bei mir eingegraben, nur mit Wasser statt mit Wein. Wenn ich jetzt die Entwicklung sehe, dann habe ich 2006 mit einer Regentonne a 150 Liter angefangen. Nach und nach kamen immer mehr dazu und jetzt habe ich eine Gesamtwasserkapazität von 7 m³, davon sind 6000 Liter zurzeit mit Wasser gefüllt. Das sind gute Voraussetzungen für den Sommer. Ich brauche jetzt nicht mehr bei jeder Kanne Wasser dreimal zu überlegen, wem ich sie nun gebe und welche Beete leer ausgehen. Und Wasser vom Teilungs- bzw. Giebelsee zu holen brauche ich auch nicht mehr. Der Sommer kann jetzt kommen. 

Heute wird es gleich an die Marktvorbereitungen für das Wochenende gehen: Vor allem werde ich die ganzen restlichen Äpfel sortieren und waschen. 50 kg Ontario sind noch gelagert, ich rechne davon mit etwa 10 kg verkaufsfähige Äpfel, die also noch keine Faulstellen haben. Dann noch die Schnittlauch- und die anderen Gewürztöpfe jäten und morgen geht es dann zum Galeriehaus am Museumspark Rüdersdorf, vor allem um Neukunden zu gewinnen. 

 

19. April 2010

Gestern blühten nun auch die ersten Eichen bei uns, 15 Tage nach den Eschen. Dies ist ein deutlicher Unterschied, der auf einen trockenen Sommer in diesem Jahr hinweist. 

Die für mich gute Nachricht bei all dem: Gestern hat mein Nachbar die beiden letzten Regenzuleitungen fertig gestellt, so dass ich jetzt 4 Zuleitungen von seinem Dach habe. Das sind dann schon ganz andere Wassermengen als bisher.

 

7. April 2010

Was mich am Frühling schon als Kind fasziniert hat, ist der allmähliche Anstieg der Sonne. Ich habe oft sehr gespannt geschaut, ab wann denn mein Schatten das erste Mal im Jahr kleiner als ich wird. Seit dem letzten Sommer messe ich das genauer. In meinen Regentonnen habe ich Styropor als Rettungshilfe für hereinfallende Tiere. Diese Styroporflächen schwimmen absolut waagerecht und sind daher für Schattenmessungen geeignet. Ich nehme einen gerade gewachsenen Strohhalm und stelle ihn senkrecht auf das Styropor auf. Anschließend lege ich den Halm exakt auf seinem Schatten um, das untere Ende bleibt dabei an seinem Platz. Da ich die Senkrechte vorher nur schätze, wiederhole ich die Messungen noch zweimal, um einen brauchbaren Mittelwert zu bekommen. 

Heute nun überschritt die Sonne um 13 Uhr MESZ erstmals die 45°, der Schatten des Strohhalmes war für einige Minuten erstmals kürzer, als der Halm selbst. Die steiler einfallenden Sonnenstrahlen signalisieren mir, dass ich bald Frühbeete und Gewächshaus schattieren muss, aber erst wenn es wärmer wird. Momentan heizt die Sonne jetzt den Boden immer stärker auf und sorgt damit für frostfreie Nächte im Gewächshaus. 

Aber etwas hat mich überrascht: In den gängigen astronomischen Tabellen wird für Berlin der 9. April für die erstmalige Überschreitung des 45°-Winkels angegeben. Wenn meine Messung korrekt ist, und die Sonne schneller angestiegen ist als bisher, würde das bedeuten, dass sich die Erdachse verändert hat. Sie müsste demnach noch stärker gekippt sein, und zwar um 0,7°. Das ist zwar auf den ersten Blick nicht viel, müsste aber dazu führen, dass die Winter auf der Erde kälter und die Sommer heißer werden. 

 

6. April 2010

"Grünt die Esche vor der Eiche, gibt es eine große Bleiche." Am 3. April habe ich die ersten Blüten an einer Esche gesehen. Einen Tag später waren es schon 3 Eschen, die geblüht haben. Alles also einen Monat früher, als 2009. Die Natur hat den Rückstand durch den langen Winter nicht nur aufgeholt, mittlerweile ist vieles schon weiter als gewöhnlich. Die Eichenknospen werden zwar auch langsam größer, aber die Eschen haben dieses Jahr ihre Knospen eindeutig vorn. Wir wollen noch den Zeitabstand der Eichen abwarten, aber ein trockener Sommer deutet sich für 2010 schon mal an.

 

1. April 2010

Die Zwiebeln sind alle gesteckt. Vormittags säe ich immer neue Pflanzen, meist Kräuter aus, anschließend wird pikiert. Spätestens Mittags sind diese Arbeiten abgeschlossen, damit die Aussaat- und Pikierkisten nicht zu spät angegossen werden. Anschließend wird das Gewächshaus fest verschlossen. Auch wenn ab Mittag über 25° drin sind, am Boden bei den Aussaaten sind es etwa 10° weniger. Auch wenn die Mittagssonne schon fast 45° hoch steht, schattiere ich noch nicht. Der Gewächshausboden nimmt täglich mehr Sonnenwärme auf. Das ist vor allem für die nächsten Spätfröste gut, da heizt die Erde schon etwas mit. 

Eins der drei Frühbeete werde ich im Herbst doch wieder umbauen, mit der Dachneigung nach Süden. Die Dachneigung nach Norden hat sich für Aussaaten im April und Mai bewährt, die bleiben so annähernd gleich warm und feucht. Meinen überwinterten Stauden hat die Dachneigung nach Norden etwa 4 Wochen gekostet. Bartnelken, Primeln, Stiefmütterchen, Färberkamille usw. stehen gut, aber sie blühen noch nicht. Die Primeln und Stiefmütterchen fangen seit gestern ganz vereinzelt an. Mit der Dachneigung nach Süden werden sie nächstes Jahr schon die Februarsonne nutzen. Ein Vorteil hat die Verspätung: Die Pflanzen werden bei den Kunden dafür länger blühen. 

Der Kopfsalatsamen war dieses Jahr offenbar schlecht. Die Samen waren nur zögernd aufgegangen und die Pflanzen sehen seltsam deformiert aus. Nur wenige bilden ein Herzblatt aus. So werde ich wohl dieses Frühjahr keinen Kopfsalat haben. Für eine erneute Aussaat ist es zu spät. Wir sind in der Langtagsphase und die führt zum Schießen der Salatpflanzen. So werde ich mich auf Rucola und eventuell Pflücksalat beschränken. Mal schauen, ab Juli kann man Salat für die Herbst- und Winterernte aussäen. Daraus lerne ich: 2011 mindestens 2 Salatsorten aussäen, falls eine nichts wird. 

Gegen den Vogelfraß an den Äpfeln haben wir mittlerweile eine elegantere Lösung gefunden. Anstatt die guten Äpfel mit Faulen abzudecken, verwende ich jetzt dafür eine Glasscheibe. Das sieht doch ansprechender aus. 

 

30. März 2010

Am 23. März habe ich die letzten Bäume beschnitten. Einen Tag später sah ich, wie sich die Knospen meiner Apfelbäume leicht vergrößert hatten. Der Zeitraum zum Schneiden ist also vorbei. Jetzt werden nur noch Rosen geschnitten, was ich gestern bei einem Kunden auch getan habe. 

Beim Äpfel waschen habe ich heute noch eine halbe Kiste Breuhahn entdeckt. Die sind im Oktober geerntet und schmecken noch sehr frisch. Damit habe ich jetzt für kurze Zeit noch mal 4 Apfelsorten im Angebot. 

Die Hälfte der Zimmerpflanzen sind wieder im Gewächshaus. Nur die Wärmebedürftigen habe ich noch in der Wohnung. Heute habe ich den meisten Pflanzen größere Töpfe gegeben. 

 

19. März 2010

Diese Woche begann mit Schnee, einem verspätetem vielleicht letztem Wintereinbruch. Seit 2 Tagen ist es spürbar wärmer. Gestern hatten wir sogar 15° im Schatten. Im Gewächshaus wurde es gleich sommerlich warm mit 28°. Ich bin aber schon seit Ende Februar am Säen. Die Salat- und Kohlrabipflänzchen sind aus der Erde, wenn auch in Folge des längeren Winters verzögert. Lavendel, Thymian, Schleifenblumen, Tagetes sind ausgesät und jeden Tag kommen neue Pflanzen dazu. Im Freiland sind schon Schwarzwurzeln, Zwiebeln, Möhren, Radieschen und Rucola in der Erde. Meine im Januar gesäten Geranien sind eingetopft. 

Etwas Schwierigkeiten hatte ich in den letzten Wochen mit den Amseln. Die Äpfel, die ich aus dem Winterlager immer geholt, einzeln gewaschen und repräsentativ für die Kundschaft ausgestellt hatte, haben die Vögel als Leckerbissen angesehen. Das allein wäre ja nicht so schlimm, wenn sie die jeweils angefressenen Äpfel erst zu Ende verspeist hätten, auch die Vögel lechzen offenbar nach frischen Vitaminen. Nur haben sie erst mal viele Äpfel gekostet, bis sie sich für einen entschieden hatten. Die waren dann alle nicht mehr verkaufsfähig und wenn Kunden kamen, dachten sie gleich, dass da die Mäuse dran gewesen wären. 

Alles Bitten an die Amseln, erst einen Apfel aufzuessen, bevor sie an den nächsten gehen half nichts. Die Lösung habe ich in der vergangenen Woche gefunden, indem ich auf die Verkaufskisten jeweils Kisten mit angefaulten Äpfeln stelle. Damit haben die Vögel etwas und verschonen seitdem die guten Äpfel. Nur dass diese Lösung gegen jeden Marketinggrundsatz verstößt, weil die Kundschaft jetzt zuerst angefressene Äpfel sieht und erst beim genaueren Hinschauen darunter die Guten. 

 

25. Februar 2010

Seit einigen Tagen taut der Schnee. Meine Apfelmieten sind schon frei, so dass ich einige heute geöffnet habe. Die Äpfel haben den Winter zufriedenstellend überstanden. Sie mussten natürlich gewaschen und sortiert werden. Das Waschen geht gerade am besten im Schnee, die Äpfel werden schneller sauber als im Wasser. Viele haben Faulstellen, die schneide ich aus und verarbeite die Äpfel zu Marmelade und Kompott. 

Salat, Kohlrabi und Verbenen sind ausgesät. In der Wohnung habe ich heute Geranien gesteckt und Sellerie und Salvien gesät. Die Regentonnen sind auch wieder alle in Betrieb. Die noch bevorstehenden Fröste dürften ihnen nichts mehr anhaben. 

 

10. Februar 2010

Es bleibt durchgehend winterlich kalt. Momentan habe ich keine Nachfragen nach Äpfel und bin ganz froh darüber. Denn bei dem gegenwärtigen Dauerfrost lasse ich die Apfelmieten lieber geschlossen. 

Heute habe ich Schnee ins Gewächshaus getragen, so dass der gesamte Boden mit einer 15 cm dicken Schicht bedeckt ist. Damit habe ich die erste Bewässerung in diesem Jahr durchgeführt. Der später schmelzende Schnee kommt einer Tröpfchenbewässerung gleich und wird die Bodenlebewesen dann versorgen, wenn sie das Wasser brauchen. Wenn er weggetaut ist, kann ich mit den Aussaaten beginnen. In den letzten Tagen hatte ich im Gewächshaus Temperaturschwankungen von +10° am Tage bis -10° in der Nacht. 

 

4. Januar 2010

Seit Weihnachten hat es viel geschneit. Zusammen mit meiner jüngsten Tochter wurde ich einige Tage lang krank. Mein Vater hat den vielen Schnee täglich um die Gärtnerei weggeschippt. Vorgestern machten wir den ersten kurzen Spaziergang nach der Krankheit. Es fühlt sich gut an, die unter einer dicken Schneedecke warm zugedeckten Pflanzen zu sehen, und auch die eingeschneiten Apfelmieten.

In der letzten Nacht ist aber die erste Frühbeetscheibe unter der Schneelast zusammengebrochen. Es war ein ehemaliges Verbundfenster aus DDR-Zeiten. Diese Scheiben sind etwas dünner als Gewächshausscheiben. Es hat also keinen Zweck, diese alten Fenster für Frühbeete einzusetzen. Um den Schaden auf dieses eine Fenster zu begrenzen, schob ich vorsichtig den gesamten Schnee vom Frühbeet und auch gleich vom Gewächshausdach herunter. 

 

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