Tagebuch aus der Sonnengärtnerei 2012

19. Dezember 2012 

Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie gut man mit tauendem Schnee Dinge reinigen kann. Nachdem es vor gut 10 Tagen Winter geworden war, taut es nun seit gestern. Den nassen Schnee habe ich heute zum Waschen des Gewächshauses genutzt. Parallel dazu ließ ich die letzte im Freien stehende Regentonne leer laufen. Gestern noch hatte ich das Eis aufgeschlagen und 12 Kannen Wasser im Gewächshaus verteilt. Der Boden soll nicht austrocknen, das wäre für die Bodenlebewesen nicht gut. Die Tonne war etwa zur Hälfte gefroren, heute war also der letzte Moment, sie zu leeren. Die beiden Tonnen im Gewächshaus lasse ich noch gefüllt, es dauert ja 3 Monate, bis ich wieder an Regenwasser komme. 

Das Gewächshausdach war dicht mit Algen bedeckt. Deswegen bildete der Wintersalat auch keine Köpfe. Mit einem Besen, den ich an eine 3 m lange Latte genagelt hatte, wischte ich den Schnee auf den Glasscheiben hin und her und kontrollierte zwischendurch immer von innen das Dach. Nach einer Stunde war bis auf wenige grüne Reste alles sauber, nur mit Schnee und ohne chemische Hilfsmittel. 

Vor einigen Tagen entdeckte ich auch die reinigende Wirkung von Eis. Vor dem Weihnachtsmarkt hatte ich meine Äpfel gründlich geputzt. Davon waren meine Hände z. T. richtig dunkelgrün geworden. Da ich noch einkaufen musste, wollte ich dies nicht mit so schmutzigen Händen tun. Ich überwand mich, nahm ein Eisstück aus der Regentonne und wusch damit die Hände wie mit Seife. Nur dass sie mit dem Eisstück sauberer wurden! Und es tat meiner Haut richtig gut.

 

10. Dezember 2012 

An den beiden vergangenen Tagen war Weihnachtsmarkt in Petershagen. Zu diesem Anlass verkaufte ich Äpfel, Apfelsaft und Mistelzweige im Petershagener Dorfsaal. Es war ein Familieneinsatz. Meine Mutter verschönerte den Verkaufsstand mit weihnachtlicher Keramik. Und mein Vater löste mich regelmäßig am Stand ab. Das war auch notwendig, vor allem am Sonntag, als jede Menge Schnee herunter kam. Ich habe auf Anfrage mehrerer Kunden in diesem Jahr erstmals Winterdienst in mein Dienstleistungsangebot mit aufgenommen. Und zu diesen Kunden musste ich während des Weihnachtsmarktes am Nachmittag zum Schnee schippen. Außerdem mussten auch die 150 m rings um die Sonnengärtnerei frei geschoben werden, so verlangt es nicht nur die Gemeindesatzung, diese Verkehrssicherungspflicht sehe ich aber als Selbstverständlichkeit. - Trotzdem ich zwischendurch wegen Schnee schippen weg musste, war der Weihnachtsmarkt eine schöne Aktion.

 

29. November 2012 

Ein intensiver Herbst liegt hinter mir. Die Apfelbäume waren im wahrsten Sinne brechend voll. Im September und Oktober fuhr ich mehrere Male in die Biokelterei, so dass ich erstmals nach 3 Jahren wieder Apfelsaft im 5-Liter-Karton anbieten kann. 

Anfang Oktober feierten wir in diesem Jahr recht früh Erntedank. In den Tagen davor mähte ich entgegen meinen Grundsätzen erstmals mit der Motorsense die Wege und einige Flächen in der Gärtnerei. Ich war noch immer bzw. wieder in Verzug mit meiner Arbeit und ich schaffte es mit der Handsense nicht rechtzeitig bis zum Fest. Das Fest wurde wieder mit familiärer Unterstützung gemeistert. In der Woche vor dem Fest unterstützte mich meine Tochter Johanna beim Zusammenharken und Abtransport des gemähten Grases. Ich war beeindruckt von ihrer Umsichtigkeit und Arbeitsintensität. Erst nach dem Fest merkte ich, dass ich dank ihrer Hilfe nun wieder im jahreszeitlichen Plan war, bis heute. Beim Fest selbst managte mein Vater wieder den Imbissverkauf, so dass ich ungestört alle Fragen der Besucher zu Gartenthemen beantworten konnte. Und dies war an dem Tag die größte Überraschung für mich: Trotz angekündigten und tatsächlichen Dauerregen waren etwa 30 Besucher da, davon 20 gleich zu Beginn auf einen Schlag. Das Interesse an Gartenthemen ist offenbar recht groß. 

Wieder habe ich 4 Monate lang keine Einträge in diesem Tagebuch geschrieben. Ich war zwar ab Oktober besser im Zeitplan, hatte aber in diesem Jahr auch begriffen, wie wichtig es ist, auch im Zeitplan zu bleiben. Und es standen etliche Arbeiten an: Täglich Äpfel sammeln, denn die Äpfel nehmen nicht allein vom runter fallen Schaden, sondern vom Fallen auf bereits unten liegende Äpfel. Dem kann man mit täglichem Sammeln vorbeugen. Natürlich mussten auch rechtzeitig die jeweiligen Sorten gepflückt werden. Die Selbstpflücke zu einem niedrigeren Preis wurde auch gut angenommen und brachte mir zeitliche Entlastung. In den auswärtigen Kundengärten standen etliche Aufträge zum Baum- und Heckenschnitt an, sowie die klassischen Herbstarbeiten, wie Neugestaltungen, Umpflanzungen und auch die typischen Gartenpflegearbeiten. Und ab Oktober ging es los mit dem Laub harken. Diese Arbeit mache ich sehr gerne, zumal ich mit dem Laub meine für das Frühjahr versteckten Kartoffeln warm einpacke. Aber das kostet eben auch Zeit. Und so aktualisierte ich hier auf der Webseite nur das Nötigste, wie das Angebot und die Öffnungszeiten. Zum Tagebuch schreiben wollte ich mir dann doch mehr Zeit und Ruhe nehmen. 

Nun steht offenbar der Winter vor der Tür. Auch wenn ich noch nicht weiß, ob der dauerhaft eintrifft, wie vor 2 Jahren Anfang Dezember, so sind doch zumindest einige Tage lang Dauerfrost angekündigt. Deshalb begann ich heute, meine Äpfel in die Laubmiete über den Kartoffeln einzulagern. In den letzten Wochen waren sie im Gewächshaus vor kurzen Frösten geschützt. Das Einlagern erwies sich als aufwändiger als erwartet. Zunächst pflückte ich die letzten Ontario. Dabei sortierte ich sie gleich. Nicht nur Äpfel mit Faulstellen wurden aussortiert, sondern auch alle, die von Vögeln angepickt waren, selbst wenn es nur ganz leicht war. Sie werden zu Rohsaft weiter verarbeitet. Aber das dauert. Und bei dem heutigen Dauerregen sank die Temperatur von 4° um 9 Uhr auf 2° um 15 Uhr. Das zieht ordentlich Wärme aus dem Körper. So schaffte ich heute nur, 25 kg Ontario und 100 kg Breuhahn einzulagern. Morgen geht es weiter.

 

14. Juli 2012 

Heute gab ich einen Gartenkurs in einer neuen Form. Ein Workshop Lernen beim Arbeiten. Fünf Teilnehmer waren dabei, was sich als maximal günstige Zahl erwies. Wir waren die ersten 90 Minuten in den Gewächshäusern, weil es zeitweise sehr heftig regnete. Bereits dies war schon anregend und gegenseitig inspirierend. Als dann die Sonne hervor kam, machten wir uns an das Beet mit dem Spargel und dem Topinambur. Dort waren versteckt im Unkraut auch Salbei, Erbsen, Ackerbohnen und Wermut. Es kostete mich daher Überwindung, Fremde an die Unkrautbekämpfung in dem Beet zu lassen. Einige Unkräuter wie das kanadische Berufkraut waren aber eindeutig zu erkennen und so zogen wir die Unkräuter Art für Art heraus. Die Fläche wurde dabei zwar nicht so sauber, wie bei der konventionellen Wiese des Unkraut jätens. Aber alle Beteiligten lernten bei dieser Gelegenheit verschiedene Arten von Wildkräutern kennen und wie man sie verwenden kann. Als wir fertig waren, pflanzten wir gemeinsam verschiedene Küchenkräuter. Als ich spürte, dass die Teilnehmer so weit fähig waren, selbständig zu pflanzen, ließ ich sie mit den Kräutern alleine und bepflanzte die andere Beetseite mit Kohlrabi. Dabei konnte ich noch nach Bedarf den einen und anderen Hinweis geben. Ich merkte aber, dass sie sich nun gegenseitig fragten und dabei mit den Händen doppelt so schnell lernten, als wenn sie nur zuhörten und schauten. Die Rückmeldungen waren ausschließlich positiv, so dass ich vorerst nur noch diese Form der Gartenkurse als Workshops anbieten werde. 

Außerdem haben wir mit diesem Beet die (längst überfällige) Pflege der Flächen nach den Grundsätzen der Permakultur in diesem Jahr begonnen. Bis dahin war ich nicht dazu gekommen, weil ich immer noch neue Beete anlegen musste, damit meine Jungpflanzen in die Erde kommen. Die Workshops und eine bessere Arbeitsplanung werden mir dabei helfen, dass ich dies alles ab dem nächsten Jahr termingerecht schaffe. 

 

19. Juni 2012 

Nun war die letzten zwei Monate doch so viel zu tun, dass ich zum Tagebuch schreiben nicht mehr gekommen bin. Und ich bin entgegen meiner guten Vorsätze auch 2012 wieder in Verzug mit meiner Arbeit. Etliche Kohl- und Tomatenpflanzen warten noch, von mir ausgepflanzt zu werden. Der Bedarf an Gartenberatung und Unterstützung bei der Gartenarbeit hat auch dieses Jahr zugenommen. Dem bin ich bisher nachgekommen und habe in der Gärtnerei selbst nur noch das Notwendigste gemacht. Gerade eben habe ich einen Brief von der Gemeinde gefunden mit der Aufforderung, von den Bäumen vom Gärtnereigrundstück bis spätestens 25.6. die überhängenden Äste abzuschneiden, welche die Straßenbeleuchtung verdecken. Also wird es heute auch wieder nichts mit den Kohlpflanzen... 

Vor 3 Tagen am Samstag habe ich Rote Beete gesät. Die braucht ja dazu einen warmen Boden und wird daher erst Ende Mai bzw. Anfang Juni gesät. Im Gewächshaus oder Frühbeet geht es natürlich früher und so hatte ich einige Pflanzen auch vorgezogen. 

Dies war meine letzte Aussaat im ersten Halbjahr. Die Sonne wandert weiter und erreicht am 22. Juni das Sternbild Zwillinge, welches sie bis zum 21. Juli durchwandert. Nach den astrologischen Tabellen steht sie angeblich schon früher dort, aber die sind wie schon gesagt veraltet. Durch das Sternbild Zwillinge verläuft auch der galaktische Äquator, also die Ebene unserer Milchstraße. Beim Umlauf der Erde um die Sonne kreuzen wir also die Milchstraßenebene in den nächsten Wochen das erste Mal. In dieser Zeit addieren sich die Gravitationskräfte von Sonne, Mond und Planeten mit den übrigen Sternen der Milchstraße. Deshalb sind bis zum 21. Juli jegliche Aussaaten für mich tabu. 

 

19. April 2012 

Heute habe ich auf einem neu angelegten Hügelbeet Brokkoli, Eisbergsalat und Blumenkohl gepflanzt. Anschließend habe ich Tradescantien und Knoblauchrauke getopft und Wildtomaten pikiert. Grünkohl, Eisbegonien und Andenbeeren drängeln sich ebenfalls schon und müssen in den nächsten Tagen verpflanzt werden. Derzeit muss ich jeden 2. Tag die Aussaat- und Pikierkisten gießen. 

 

17. April 2012 

Letzte Nacht wurde es noch mal richtig kalt. -2° waren angekündigt, was für die Gärtnerei -5° bedeutete. Es war unwahrscheinlich, dass die Kerzen bei diesen Temperaturen das Gewächshaus frostfrei halten würden. Und es waren schon zu viele Tomatenpflanzen da, als dass ich sie noch mal hätte in die Wohnung holen können. Zeit etwas Neues zu probieren. So begann ich, um 21:30 etwas Holz auf der Feuerschale zu verbrennen. Das Thermometer am Eingang Waldstraße zeigte zu dieser Zeit 0° an. Bei den Tomaten war noch eine Restwärme von 2°. Eine Stunde später glühte das Holz auf der Schale nur noch. Ich trug die Schale nun ins Gewächshaus. Auch wenn ich keinen Rauch mehr sah, roch es sofort nach Abgasen. Ich ließ also noch 10 min Tür und Luftklappe offen, bis das Holz nur noch schwach glühte. Dann machte ich alles dicht. zur Sicherheit zündete ich in den beiden Öfchen trotzdem noch ein großes Teelicht und ein Grablicht an. Ich wusste ja nicht, ob die Schale bis nach dem Sonnenaufgang warm genug bleiben würde. Als ich das Tor zuschloss, zeigte das Thermometer 1° an. Der Himmel war sternenklar, demnach war die Temperatur durch die Feuerschale auch noch in 20 m Entfernung um 1° gestiegen. Sollten also in diesem Jahr erneut die Apfelblüten durch Frost bedroht werden, kann so ein nächtliches kleines Feuer viel retten. 

Am heutigen Morgen brannte noch das Grablicht, die Asche in der Feuerschale war nur noch lauwarm. Die Temperatur war aber offenbar in der Nacht im Gewächshaus auf 10° angestiegen. Und sie hatte die 2° nicht unterschritten. Auch wenn es im Gewächshaus nach Asche roch, hatte diese nächtliche Aktion meine Tomatenpflanzen und den Knollensellerie gerettet. 

 

13. April 2012 

Heute habe ich blauen Kohlrabi und Eisbergsalat ins Frühbeet gepflanzt, zwischen bereits vorhandenen Feldsalatpflanzen. 

 

Ostermontag, 9. April 2012 

In den letzten Tagen habe ich viel ausgesät, wahrscheinlich das meiste der Saison: Liebstöckel, Basilikum, Schnittlauch, Kerbel, Majoran, Porree, Schnittknoblauch, Thymian, Paprika, Wildtomaten, Rote Beete und Kohlrüben. 

Meine Tomaten mussten für die letzten zwei Nächte noch mal aus dem Gewächshaus zurück in die Wohnung. Ich hatte zwei kleine mit Kerzen betriebene Öfchen im Gewächshaus. Eins hatte meine Mutter mal in ihrer Keramikwerkstatt gebaut. Es heizt gut, kann aber von der Höhe her nur mit Teelichtern betrieben werden. Da diese nur 4 bis 5 Stunden brennen, musste ich vor einer Woche in einer Frostnacht um Mitternacht die Kerzen wechseln. Deshalb habe ich mir aus größeren Steinen ein zweites Öfchen gebaut, welches ich mit einem Grablicht betreibe. In der Nacht zum Karfreitag kam seine Bewährungsprobe. Die Steine blieben warm bis außen, hielten aber nur in einem Umkreis von 30 cm den Frost ab. Je größer die Entfernung, desto mehr Tomatenpflänzchen waren erfroren. Zum Glück hatte ich dieses Jahr nicht alle Tomaten auf einmal ausgesät, sondern in zwei Sätzen. Die zweite Hälfte stand noch in der Wohnung. In den Osternächten waren nun Temperaturen bis - 5° angesagt, was für die Sonnengärtnerei erfahrungsgemäß - 8° bedeutete. Auch wenn ich mir inzwischen breitere Teelichter besorgt hatte, die bis zu 8 Stunden brennen, ich also beide Öfchen auf beiden Seiten der Tomaten und Sellerie aufstellen konnte, ging ich doch auf Nummer sicher und holte alle Pflanzen nach Hause auf den Küchentisch. Gestern ersetzte ich die erfrorenen Pflanzen und heute, gleich wenn ich hier fertig mit Schreiben bin, fahre ich die Pflanzen wieder ins Gewächshaus. Auch wenn bis Anfang Mai noch mit Frösten zu rechnen ist, denke ich, dass es so kalt wie in den Osternächten nicht mehr werden wird. Ich muss natürlich trotzdem wachsam bleiben. Jedenfalls sollen die Pflanzen wieder das volle Sonnenlicht bekommen, das sie in der Wohnung nur frühmorgens haben. 

 

29. März 2012 

Der Mond stand die letzten beiden Tage im Sternbild Stier. Diese Konstellation gilt als besonders günstig für die Aussaat von Pflanzen, von denen später die Wurzeln geerntet werden sollen. Und so habe ich gestern einen 2. Satz Knollensellerie gesät und heute auf einem Beet Zwiebeln, weißen Rettich und Wurzelpetersilie und auf einem zweiten Beet gelbe Möhren, Pastinaken und Mairüben. Zwischen letzte habe ich Zwiebeln gesteckt. Hinterher fiel mir dann ein, dass die Mondregeln für die Aussaat von Wurzelgemüse bei Steckzwiebeln wahrscheinlich nicht gelten, ebenso wenig wie für Kartoffeln, denn beide treiben meist schon einige Zeit vor dem Stecken bzw. Legen, richten sich also im Gegensatz zu Samen nicht nach den vom Gärtner vorgegebenen Zeiten. 

Inzwischen habe ich in der Gärtnerei wieder rund um die Uhr zu tun. Das Säen nach dem Mond schränkt meine Zeitfenster ein, zwingt ich damit aber auch zu einer durchdachteren zeitlichen Organisation. Und die brauche ich zurzeit auch. Es müssen die Tomaten und der Blumenkohl pikiert, Erde gesiebt und die nächsten Beete für die Aussaat vorbereitet werden. Außerdem sprießen schon wieder viele Quecken zwischen den Erdbeeren. Und die ersten Gartenaufträge für April habe ich auch schon. 

 

26. März 2012 

Ich habe beschlossen, die jährliche Zeitumstellung einfach nicht mehr mitzumachen. Die hier auf der Webseite angegebenen Zeiten entsprechen zwar den offiziellen Zeiten MEZ im Winter und MESZ im Sommer. Aber für mich selbst lasse ich die Uhren wieder wie bis 1979 ganzjährig auf MEZ. 

Vor 3 Jahren war es mir passiert, dass mir wegen der Zeitumstellung etwa 500 Selleriepflanzen kaputt gegangen waren. Es war Mitte April, tagsüber sonnig und nachts frostig kalt. Die kleinen Knollensellerie standen schon im Frühbeet, welches ich wegen der vielen Ritzen zusätzlich zu den Fenstern mit Folie zugedeckt hatte. Tagsüber nahm ich Folie und Fenster ab und goss die Pflanzen. Da wieder Nachtfrost angekündigt war, deckte ich um 14 Uhr den Kasten wieder mit Fenster und Folie zu, damit noch genügend Wärme vor der Nacht eingefangen werden konnte. Erst am nächsten Vormittag entdeckte ich meinen Fehler: Ich hatte inzwischen verdrängt, dass es für die Pflanzen erst 13 Uhr Echtzeit war. Ich hatte sie zu früh zugedeckt, so dass sich die Luft im Frühbeet auf über 40° aufgeheizt hatte. Als Ergebnis waren sämtliche Selleriepflanzen verbrannt. 

Bisher hatte ich trotzdem weiter brav meine Uhren mit umgestellt, weil ich mir den Stress mit dem Umrechnen ersparen wollte. Aber für meine Pflanzen muss ich ja doch das ganze Jahr über auf die richtige Zeit umrechnen. Deshalb habe ich mich in diesem Jahr entschieden, die Uhren gleich auf der richtigen MEZ weiter laufen zu lassen. Nur meine Funkuhr und die Computeruhr geht auf Sommerzeit, sie bilden beide meine chronometrische Verbindung zur Außenwelt. 

 

24. März 2012 

Ich muss praktisch jetzt täglich die Aussaaten im Gewächshaus gießen. Mit der Belüftung wird es zwar nicht mehr ganz so heiß, dafür trocknet alles noch schneller aus. Ich entschließe mich, zumindest auf der nördlichen Hälfte das Dach zu schattieren. Bisher hatte ich noch nie vor Mitte April schattiert, aber die vorsommerlichen Temperaturen erfordern es. Die Pflanzen fühlen sich anschließend gleich besser. 

 

22. März 2012 

Ursprünglich wollte ich die Folienverhüllung bis Ende April um das Gewächshaus lassen. Seit Anfang der Woche stieg die Temperatur fast jeden Tag auf 39°. Auf dem Boden ist es aber in der Regel 10° kühler. Gestern bemerkte ich aber, dass meine Aloe vera verblasst, die ja Sonne und Hitze normalerweise gut vertragen sollte. Sie war es vielleicht nicht gewohnt, da sie ja bis vor einer Woche noch in der Wohnung stand. Heute hingen aber die roten Taubnesseln im Gewächshaus, obwohl der Boden feucht war. Dies war für mich das Signal die Folie wieder abzunehmen. Ab heute arbeitet also wieder die Zwangsbelüftung über die vielen Fensterritzen. 

 

17. März 2012 

Der Mond erreichte heute mit dem Schützen sein tiefstes Sternbild in diesem Monat. Ab morgen wird er wieder aufsteigen. Deshalb war heute der letzte Tag zum Beschneiden der Apfelbäume. Ich nutzte diese Gelegenheit für einen letzten Baumschnittkurs vor der Vegetationsperiode, der auch gut besucht wurde. Anschließend beschnitt ich meine restlichen Apfelbäume. Zwei Bäume der Sorte Auralia habe ich nicht mehr geschafft, zu beschneiden. Sie sind sehr dicht verzweigt, weshalb ihre Äpfel kleiner bleiben. Trotzdem müssen sie ausharren bis zum Herbst. Da es recht gute Übungsbäume sind, werde ich sie nach der Ernte für den nächsten Baumschnittkurs auswählen. 

Im Gewächshaus habe ich den Kohlrabi ausgepflanzt, den ich am 23. Februar in der Wohnung ausgesät hatte. 

 

16. März 2012 

Es sind Fruchttage und deshalb habe ich heute in der Wohnung Tomaten und Andenbeeren ausgesät. 

 

13. März 2012

Wir hatten Blütentage, man säte jetzt also am besten Pflanzen aus, bei denen später besonderen Wert auf die Blüten gelegt wird. In der Wohnung säte ich gestern Lobelien, Lavendel und Eisbegonien aus. Im Gewächshaus säte ich heute zwei Sorten Blumenkohl, Brokkoli und Gewürztagetes. 

Die Kohlrabipflänzchen vom 23.2. stehen seit einer Woche im Gewächshaus und fühlen sich dort recht gut. Ich denke, sie in den nächsten 2 Wochen dort auszupflanzen. 

Den Kopfsalat haben mir in der Wohnung leider die Schnecken abgefressen. Offenbar haben welche an den Zimmerpflanzen überwintert. Ich fand leider keine, sonst hätte ich sie umgesetzt, sondern entdeckte nur die Schleimspuren. 

Dafür kamen aber heute die Salatpflänzchen im Gewächshaus vom 5.3. aus der Erde. Und auch die Rucola sind schon reichlich aufgegangen, obwohl der Samen 2 Jahre alt ist. 

 

5. März 2012 

Vorgestern hatte ich einen fleißigen Helfer. Benjamin unterstützte mich, indem er Mist und Wasser ins Gewächshaus schaffte. Abgesehen von der Hilfe hatten wir auch sehr inspirierende Gespräche über das Leben, Gesundheit und das alternative Leben. 

Gestern und heute sind Blatttage, weil der Mond im Sternbild Krebs steht. So habe ich gestern im Gewächshaus Eisbergsalat, blauen Kohlrabi, Kamille und Rucola ausgesät. Und heute habe ich an wärmeren Plätzen in der Wohnung Schnittlauch, russischen Estragon, Kerbel, Petersilie, Schnittknoblauch, Rosmarin und Currykraut gesät.

 

29. Februar 2012 

Heute und morgen sind Wurzeltage, weil der Mond im Sternbild Stier steht. Deshalb habe ich heute Wurzelgemüse ausgesät: Schwarzwurzeln, rote Zwiebeln, Möhren, Pastinaken und Radieschen als Markiersaat. Es ist meine erste diesjährige Freilandaussaat. Ich habe dazu das Spargelbeet ausgewählt. Da ich den Spargel grundsätzlich als Grünspargel ernte, entfällt das jährliche An- und Abhäufeln. Dadurch sind dort Mischkulturen möglich, die gleichzeitig dem Unkraut etwas Platz nehmen.

 

23. Februar 2012

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, den Einfluss von Mond und Planeten auf die Entwicklung meiner Pflanzen näher zu untersuchen. In den vergangenen Jahren hatte ich mich an dieses Gebiet noch nicht heran getraut, weil die Zeitfenster dann für bestimmte Arbeiten oft sehr klein sind. Inzwischen sage ich mir, dass dies alles eine Frage der Organisation ist. Insofern kann das Gärtnern nach Mondständen mich zu mehr Effektivität führen. Dieses Tagebuch ist in diesem Jahr zuerst für die eigene Auswertung meiner Arbeiten gedacht. Natürlich können sich die Leser hier auch was abschauen und mit ihren eigenen Erfahrungen vergleichen. Zu den jeweiligen Sonnenständen sage ich gleich, dass ich mich hier ausschließlich nach dem wirklichen Stand der Sonne richte. Die in der Astrologie gebräuchlichen Tierkreiszeichen stimmen schon seit etwa 2000 Jahren nicht mehr mit der Wirklichkeit überein, da die Erdachse ständig etwas wandert.

Heute und morgen steht der Mond im Sternbild Fische. Diese Konstellation gilt als Unterstützung bei der Blattbildung, weshalb man solche Tage auch als Blatttage bezeichnet. An diesen Tagen sollen solche Pflanzen ausgesät werden, bei denen später die Blätter oder Blattstiele genutzt werden. Deshalb habe ich heute Kohlrabi und Kopfsalat ausgesät und am Küchenfenster aufgestellt. 

 

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