Tierquälerei in der Massentierhaltung

Mit jedem Stück Fleisch, jedem Liter Milch, jedem Stück Käse, jedem Ei, jedem Schokoriegel, jeder Tüte Gummibärchen die wir kaufen, haben wir die Entscheidung in der Hand, welche Art von Tierhaltung wir unterstützen: Die konventionelle Massentierhaltung, die auf Gewinn bei niedrigsten Preisen ausgerichtet ist oder die artgerechte Tierhaltung, die ihren Gewinn mit hoher Qualität erwirtschaftet.

Bei der Massentierhaltung leiden die Tiere nicht nur auf den Transporten und im Schlachthof, sondern meistens während ihres gesamten Lebens. Hühner stehen auf engstem Raum, ob im Freiland oder in der Bodenhaltung, wo sie nie Tageslicht sehen. Tageslicht bekommen auch die meisten anderen Tiere nicht, Schweine, Kühe, Enten. Sie leben eingepfercht bzw. fixiert, mit wenig Bewegung, damit sie schnell zunehmen. Dazu wird auch mit Betablockern und anderen Chemikalien nachgeholfen. Selbst bei Süßigkeiten haben wir Anteil daran. Wir sehen es, wenn wir aufmerksam die Zutatenlisten lesen. Und jeder von uns hat die Macht, diese Form der Tierhaltung nicht zu unterstützen.

Alle Produkte mit dem EU-Biosiegel sind garantiert aus artgerechter Tierhaltung. Sie sind teurer, weil sie nicht auf Masse produziert werden. Aber die Tiere haben viel mehr Platz, kommen ins Freiland und haben ein gutes Leben, werden als Tiere respektiert und geschätzt.

Es gibt auch Tierprodukte ohne Biosiegel, wo die Tiere es gut hatten. Manchmal bekommt der Tierhalter wegen irgendeiner Kleinigkeit das Siegel nicht, hält aber trotzdem seine Tiere in der Würde, die ihnen zusteht. Es lohnt sich einfach, genauer nach der Herkunft der gekauften Produkte zu schauen.

Meine ganz persönliche Meinung: Beim Verzehr von Kalb- oder Lammfleisch wird für mich eine ethische Grenze überschritten, denn hier handelt es sich um Tierkinder. Das gleiche gilt für Käse, der mit Kälberlab hergestellt wird, praktisch die meisten traditionell hergestellten Käsesorten. Im Biobereich gibt inzwischen immer mehr wohlschmeckenden Käse, der mit pflanzlichem oder mikrobiellem Lab hergestellt wurde, und der dem gewohntem Käse in nichts nachsteht. 

Der Preisverfall von Fleisch, also die immer billigeren Angebote, treiben die industriellen Tierhalter zu immer extremeren Mastmaßnahmen. Eine davon sind die Gaben von sogenanntem Kraftfutter an die Tiere. Dies wird zum großen Teil aus Tiermehl hergestellt, d. h. die Tiere werden zum Kannibalismus gezwungen. Das wird auch aus den Zahlen deutlich: Allein in Deutschland wird 1/3 mehr Fleisch produziert, wie von den Menschen verzehrt wird. Da stellt sich die Frage: Wo bleibt der Überschuss? Diese Frage wird dadurch brisant, dass diese Überproduktion an Fleisch auch eine größere Fläche für Futterpflanzen verschlingt, und diese für den Anbau von Nahrungsmitteln blockiert. 

Und dies beeinflussen wir täglich mit unserem Kaufverhalten. 

Durch BSE ist die Verwendung von Tiermehl als Futter noch eingeschränkt. Die Tierindustrie hat andere Wege gefunden, weiter zu expandieren und dabei alles Fleisch zu vermarkten: Sie verarbeiten es zu Brennmaterial, d. h. ein Teil der Tiere werden nur zu dem Zweck gehalten, damit ihr Fett später Heizungen betreibt, unter dem Begriff der erneuerbaren Energien. 

Früher waren es Menschen, die mit diesem Ziel in Lagern gesteckt wurden, sie zu verbrennen. Die Parallelen werden immer deutlicher und heute kann sich im Gegensatz zu damals jeder darüber informieren. 

Und dafür, dass es bei uns weiter billiges Fleisch gibt, und dass wir weiterhin unseren Energie-Lebensstandard aufrecht erhalten, produzieren die Bauern in den ärmsten Ländern das Tierfutter, können dadurch für ihre eigene Bevölkerung immer weniger anbauen und werden mit der krankmachenden Fertignahrung aus unserer Industrie versorgt. Dabei merken sie nicht, dass genau dieses System die Lebensmittel in die Höhe treibt. Momentan begehren die Menschen gegen ihre Regierungen auf. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie erkennen, dass unsere Tierindustrie der wahre Verursacher ihres Elends ist. Die Frage ist, ob wir weiter zusehen wollen, wie einige wenige Ernährungskonzerne dies alles weiter treiben bis sich alles gegen uns entlädt, oder ob wir auch bei uns was dagegen tun wollen. Ich denke inzwischen, dass es kein Zufall ist, dass gerade aus einem hungernden Land wie Somalia die Seeräuberei entstanden ist. Und diese Art, den Kapitalfluss in den Norden immer mehr abzufangen, ist erst der Anfang. 

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